Kirche auf Fuerteventura

Tourismuspfarramt der Evangelischen Kirche in Deutschland

Zur Jahreslosung 2019

Psalm 34,15: “Suche Frieden und jage ihm nach!”

Seit 1930 gibt es sie, die Jahreslosung. Immer ein Satz aus der Bibel. Für viele ist er ein Begleiter durch das Jahr. Es sind Worte der Ermutigung und des Zuspruchs.

In diesem Jahr ist das anders. SUCHE FRIEDEN UND JAGE IHM NACH!“ (Psalm 34,15) ist eine Aufforderung, die uns hoffentlich nicht überfordert.

taube

Dieser Satz ist Aufruf und Appell zugleich, denn die Friedensarbeit ist, auch 400 Jahre nach Ausbruch des 30-jährigen Krieg und 100 Jahre nach Ende des 1. Weltkrieges, keineswegs erledigt. Sie ist und bleibt die Aufgabe von Gegenwart und Zukunft, denn sie ist zeitlos und aktuell wie nie.

Wir alle sehnen uns nach Frieden im Großen wie im Kleinen und scheitern immer wieder, weil Anspruch und Wirklichkeit so weit auseinanderklaffen. Über den Frieden zu reden ist das eine, ihn zu gestalten das andere, das fängt bei jedem von uns selbst an. Wir kennen sie alle, die Situationen oder Augenblicke, in denen der Frieden auf der Strecke bleibt, weil plötzlich ein Streit vom Zaun gebrochen wird. Da gibt es Momente in der Familie, in der Gemeinde oder in Gremien, in denen von „Frieden“ keine Rede mehr sein kann. Oft kann man gar nicht mehr sagen, was letztendlich das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Ein Schatten liegt über allem, so dass das Zusammenleben und Arbeiten unerträglich ja unmöglich wird. Unser egoistisches und ängstliches Handeln lassen Unfrieden entstehen. Wir haben nur uns selbst im Blick, anstatt auf einen friedvollen Umgang miteinander zu achten.

Genau diese Erkenntnis, könnte unsere Blickrichtung ändern und uns dazu befähigen, aufeinander zuzugehen, um nach Lösungen für den Konflikt zu suchen, damit ein sinnvolles Miteinander nicht auf der Strecke bleibt.

Aber Frieden muss man wollen. Dazu bedarf es allerdings des berühmten ersten Schrittes – wohlwissend, dass dieser nicht leicht ist.
In einem Lied zur Jahreslosung heißt es im Refrain:
Frieden auf Erden, Frieden in mir, Frieden den Menschen vor meiner Tür. Frieden auf Erden, mehr als ein Traum, Frieden, wo findet er Raum?

Versuchen wir es immer wieder aufeinander zuzugehen, reichen wir einander die Hand zur Versöhnung und wir werden die beglückende Erfahrung machen, ja, Frieden ist möglich!

Ihre Inselpfarrerin Gaby Remus

 

Coro San Miguel: 2008 – 2018

10 Jahre deutscher Urlauberchor im Süden Fuerteventuras

San Miguel

Wie alles begann:

Das Evangelische Tourismuspfarramt und die Urlauberseelsorge auf Fuerteventura bestehen in der heutigen Form seit dem Jahr 2000. Jedoch trafen sich schon viel früher Menschen am Strand, um sonntäglich Gottes Wort zu hören. Ganz bestimmt wurde bei diesen Gottesdiensten auch gesungen, jedoch gab es zur damaligen Zeit noch keinen Chor.

2004 fanden zwar regelmäßige Gottesdienste an der Costa Calma und in Morro Jable statt, aber als langjährige Chorsängerin in Deutschland vermisste ich den regelmäßigen Gesang schon sehr. Wenn in den sonntäglichen Messen gesungen wurde, dann Bewährtes auswendig und manchmal mit Gitarrenbegleitung, wenn jemand mit einem Instrument zum Gottesdienst kam.

Am Heiligen Abend 2007 wendete sich das Blatt:

Der damalige Urlauberpfarrer Michael Erben sang in der Ermita San Miguel mit seiner Frau Elisabeth ein wunderbares Duett, von dem alle Gottesdienstbesucher in und – weil nicht alle Besucher in das Kirchlein passten – insbesondere vor der Ermita auf dem Kirchplatz sehr beeindruckt waren.

Im Anschluss an den Gottesdienst kamen Dieter und ich mit dem Pfarrerehepaar ins Gespräch, bei dem auch mein Wunsch zu singen angesprochen wurde. Schnell stellte sich heraus, dass es in Jandía und Morro Jable bereits einige sangesfreudige Residenten, Langzeiturlauber und Touristen gab, die sich ebenfalls gerne zum regelmäßigen Singen treffen würden. So kam schnell eines zum anderen, und im Januar 2008 traf sich eine Handvoll Singbegeisterte in der Ermita San Miguel zum Singen.

Das war die Geburtsstunde des Chores.

Chor

Nach intensiven Chorproben konnten wir den einen oder anderen Gottesdienst und auch die Osterfeiern 2008 musikalisch mitgestalten. Und dann hieß es Abschiednehmen, denn bis auf die wenigen Residenten zog es die Überwinterer und Langzeiturlauber wieder nach Deutschland. Und auch Michael Erben beendete Ende Juni 2008 seinen Dienst auf Fuerteventura.

Es stellten sich nun die Fragen:
Was wird aus dem zarten Pflänzchen „Chor“?
Wie wird es musikalisch mit dem neuen Pfarrer im Herbst weitergehen?

Als im Oktober 2008 die sangesfreudigen Langzeiturlauber, Touristen und wir wieder auf die Insel kamen und sich herausstellte, dass auch der neue Urlauberpfarrer Wolfgang Koschut und seine Frau Uschi der Musik sehr zugetan waren, musste dringend jemand gefunden werden. Und siehe da, es tat sich der berühmte Silberstreif am Horizont auf: Michaela Siegler, eine Langzeiturlauberin aus Flensburg, ausgebildete Opernsängerin mit einem wunderbaren lyrischen Sopran und dazu noch Musiklehrerin – sie war doch genau die Richtige für uns, oder? Es bedurfte schon einiger Überredungskunst meinerseits, sie für unsere laienhafte Sängerschar zu gewinnen. Aber diese Herausforderung nahm sie sportlich und professionell an, suchte einfaches Liedgut für den Heiligen Abend, arrangierte eine zweite Stimme dazu, und los ging es im November 2008 freitags um 17.30 Uhr in der Ermita San Miguel. Schnell sprach es sich herum, dass in Morro Jable regelmäßig gesungen wurde, und so waren wir im Dezember 2008 etwa zwei Dutzend Sängerinnen und Sänger in der wöchentlichen Chorprobe.

Doch leider stand Michaela Siegler nach den wirklich gelungenen Auftritten für den kleinen Chor nicht mehr zur Verfügung, sodass wir direkt nach Weihnachten sozusagen in der Luft hingen. Schnell waren wir uns jedoch einig, gemeinsam weiter singen zu wollen, und so verabredeten wir uns planmäßig für den nächsten Freitag wieder um 17.30 Uhr in der Ermita San Miguel. Es wurde besprochen, wie es weitergehen soll. Und dann erklärte Uschi Koschut in ihrer fröhlichen und gewinnenden Art, als wäre es das Selbstverständlichste von der Welt:
„Elke, den Chor leitest jetzt du.“

Strand

Fortan brachte ich jeden Herbst kiloweise Notenmaterial für alle Gelegenheiten von Deutschland hierher. Und auch ein inzwischen angeschafftes kleines Keyboard erwies sich für die Chorproben als sehr nützlich. Inzwischen haben wir in der Ermita San Miguel ein großes elektronisches Piano und verfügen über ein umfangreiches Repertoire an Musiknoten. So entwickelte sich die Singgemeinschaft, die sich schon seit längerem „Coro San Miguel“ nennt, im Laufe der Jahre zu dem, was sie heute ist, einem festen Bestandteil der Evangelischen Touristengemeinde auf Fuerteventura.

Welch eine Freude, in jedem Herbst dieselben Sängerinnen und Sänger im Chor wieder zu treffen und neue sangesfreudige Langzeiturlauber und Touristen begrüßen zu können. Mittlerweile gibt es einige Menschen, die ihre Urlaube zeitlich danach einrichten, wann der Chor seine Auftritte hat, damit sie nicht nur mitproben, sondern auch in den Gottesdiensten mitsingen können. Und dann die engagierten Chorsänger aus Deutschland, die von ihren Heimatchören interessante Partituren und neue Ideen mitbringen. Es ist wunderbar, welch tolle Gemeinschaft sich im Laufe der Jahre entwickelt hat und auch wie viele Freundschaften entstanden sind.

Einweihung

Der Coro San Miguel tritt regelmäßig im Advent, am Heiligen Abend und Weihnachtstag, im ökumenischen spanisch-deutschen Gottesdienst zur Woche der Einheit der Christen, zum Weltgebetstag, am Karfreitag und meist an Ostern auf.

Aber auch bei besonderen Anlässen kam der Chor schon zum Einsatz.

Chor heute

Mittlerweile hat der Chor nicht nur unter den deutschsprachigen Gottesdienstbesuchen einen Bekanntheitsgrad erreicht, auch viele spanische Einwohner in Morro Jable kennen den „Coro alemán“, und viele freuen sich auf den Gesang im ökumenischen Gottesdienst jeweils im Januar in der großen katholischen Kirche, Iglesia Nuestra Señora del Carmen. Selbst der kanarischen Tageszeitung „La Provincia“ war im Jahr 2013 der ökumenische Gottesdienst einen ausführlichen Bericht mit einem großen Foto des Chores wert.

Liebe Sängerinnen und Sänger des Coro San Miguel, habt herzlichen Dank für Euer Vertrauen und Eure Freundschaft. Eure Begeisterung ist mir immer wieder Ansporn, Neues mit Euch zu wagen. Lasst uns gemeinsam in das zweite Jahrzehnt starten und uns jeweils ab Oktober jeden Donnerstag um 16.30 Uhr in der Ermita San Miguel in Morro Jable treffen, um gemeinsam zum Lobe Gottes und zu unserer aller Freude zu singen. Ich freue mich darauf und halte es weiterhin mit dem Motto:

„Wo man singt, da lass dich ruhig nieder. Böse Menschen haben keine Lieder.“

Morro Jable, im Herbst 2018 Elke Dinkler-Hamel

Die ausführliche Fassung des Artikels können Sie hier nachlesen:
Coro San Miguel – Teil 1
Coro San Miguel – Teil 2

Chor
 

Die neue Pfarrerin stellt sich vor:

Pfarrer Remus

Mein Name ist Gaby Remus. Ich komme aus der Mitte Deutschlands, aus Thüringen, der Landeshauptstadt Erfurt. Erfurt gehört zur Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands (EKM).

Hier habe ich als Gemeindepfarrerin und viele Jahre als Schulpfarrerin am Evangelischen Ratsgymnasium, einer Schule, die auf eine 455-jährige Geschichte zurück schaut, das Fach Religion unterrichtet und gemeinsam mit den Schülern versucht christliches Leben an der Schule und im Alltag zu gestalten. Für 2013/14 hat mich die EKD als Langzeitseelsorgerin zunächst für Rhodos beauftragt und 2015/16 für Nordspanien (Bilbao, San Sebastian, Santander und Pamplona).

Seit September 2016 bin ich nun schon auf der Insel Fuerteventura und ich freue mich, viele von Ihnen, auch im kommenden September 2018 wiederzusehen – Residenten und Touristen, um mit Ihnen gemeinsam ein Stück des Weges zu gehen.

Unsere Sonntags-Gottesdienste finden wieder ab dem
16. September 2018 (in ökumenischer Gemeinschaft) statt.

 

15 Jahre Tourismuspfarramt auf Fuerteventura

Artikel aus der Fuertezeitung

Fuerteventura

Liebe Leserinnen und Leser,

am 1. Advent 2015 konnte unser evangelisches Tourismuspfarramt auf Fuerteventura sein 15 – jähriges Bestehen feiern. Nachfolgend finden Sie den Text zur Würdigung dieses Ereignisses von unserer Beirätin Andrea Frenking, der am 1. Advent in allen deutschsprachigen Gottesdiensten verlesen worden ist. Wir sind stolz auf diese sehr erfolgreiche Zeit, in der sich viele Touristen aller Konfessionen vor allem über die Gottesdienste aber auch andere Angebote immer sehr gefreut haben. Dies wäre ohne die jährlich wechselnden Pfarrer i. R. nicht möglich gewesen, aber ebenso wenig ohne die sehr engagierte Schar von „Semiresidenten“. Allen ein ganz herzliches Dankeschön und Vergelt`s Gott!

Am ersten Advent jährt sich immer auch das Bestehen des evangelischen Tourismuspfarramtes auf Fuerteventura. Und so dürfen wir heute auf 15 Jahre Tourismuspfarramt zurückblicken, dessen ökumenische Denkweise zu einer stetig anwachsenden Gemeinde mit immer zahlreicheren Gottesdienstbesuchern gefunden hat.

Selbstverständlich ist es nicht nur die ökumenische Gangart, die hier erfolgreich gründen konnte, sondern ebenso das engagierte Wirken unserer – immerhin ständig wechselnden – Seelsorger, die je nach eigenem Geschmack, Talent und Interesse ihre unterschiedlichen Wirkungen auf diese Gemeinde zeigten.

So ergab sich im Laufe der Jahre ein recht buntes Gemisch christlichseelsorgerischer Tätigkeiten in denen, so glaube ich, sich jeder Interessierte wiederfinden oder herausgefordert sehen konnte. Da wir keine eigenständige Kirchengemeinde sind, sondern als solche zu Gran Canaria gehören, dürfen wir auch weiterhin Gottes bunten Garten seiner Hirten kennenlernen und – ganz ehrlich – ich finde es spannend und habe mich daran gewöhnt.

Die Historie ist interessant. Schon in den 80er Jahren gab es in den Dünen von Morro Jable erste Gottesdienste, die wohl eher an die „Sit ins“ der 60er Jahre erinnerten. In der Folge luden selbstgezimmerte Bänke, die nach dem Gottesdienst vor der Strandreinigung verbuddelt werden mussten, zum biblischen Sinnen ein.

Ich stelle mir gerade vor, wir müssten heute noch vor jedem Gottesdienst die Stühle aus dem Sand graben. Kann man sich nicht vorstellen – oder?! So begann`s.

Durch das stetige Ansteigen des Tourismus mehrten sich die Anfragen bei der Ev. Kirche Deutschlands nach seelsorgerischer Betreuung. Und das engagierte Eintreten des Pfarrers auf Gran Canaria führte nach dessen Aufruf in der Zeitung zu einer Zusammenkunft interessierter Menschen im Gartenlokal „El Jardin“. Er und sein katholischer Kollege kamen nach Fuerteventura um diese Interessierten kennen zu lernen und zur Aktivität zu ermuntern.

Tatsächlich fand sich sehr schnell ein gerade ordinierter Pfarrer, dessen ganz großer Wunsch es war, so eine Tourismusseelsorgestation zu leiten.

Er kam im VW-Bus mit Frau, 2 Kindern, 30 Gesangbüchern und einer Gitarre nach Fuerteventura und lernte seine Mitarbeiter kennen. Übrigens gibt es von diesen allerersten Mitstreitern heute noch Anneliese und Guido Attner, sowie Hans Schaupp. Alle 3 sind immer noch im Beirat tätig.

Am ersten Advent 2000 hielt der erste Tourismusseelsorger – jetzt ist es auch mal an der Zeit seinen Nahmen zu nennen – Pfarrer Barth, seinen ersten offiziellen und autorisierten Gottesdienst auf Fuerteventura. Das ist jetzt also 15 Jahre her.

In der Ära von Pfarrer Barth wurde auch das Treffmahl eingeführt. Es entwickelte sich ein ständiger Beraterkreis. Dazu gehören seit 2001 auch Eva und Heinz Moser.

Die Aufgaben des Beraterkreises – heute Beirat genannt – sind seither ähnlich geblieben. Er soll u.a. für das Wohlgefühl des Pfarrers sorgen, der – fernab der Heimat und mit eben auch häufig wechselnden Menschen in der Gemeinde, nämlich einer Tourismusgemeinde, – zunächst einmal seine eigene Haltung finden muss. Die von mir oben genannte Herausforderung ist also durchaus beiderseitig. Tja, der liebe Gott ist eben gerecht.

 

Brot für Fuerteventura

Die Sommerpause geht zu Ende…

Brot für Fuerteventura

…eine wichtige Aufgabe bleibt: das Gemeindeprojekt „Brot für Fuerteventura“. Beim „ Treffma(h)l“ haben wir im vergangenen Jahr im November über unsere Möglichkeiten der Hilfe für die notleidenden Einheimischen nachgedacht. Mitglieder des Beirates hatten bereits in Morro Jable und Corralejo gute Kontakte zu bedürftigen Familien und zu den katholischen Caritasstellen.

Wir genießen die Annehmlichkeiten als Gäste auf der Insel. Und als Gäste können und wollen wir unseren leidenden Gastgebern etwas zurückgeben. Die Caritas betreut derzeit mit rund 60 ehrenamtlichen Helfern 750 Familien und 25 Obdachlose. Seit 2007 hat sich die Zahl der Hilfesuchenden, so die Auskunft eines leitenden Mitarbeiters, verzehnfacht. Tendenz steigend. Ein weiteres Hilfsprogramm ist für das Mittagessen in den Schulen eingerichtet. 105 Kinder erhalten täglich kostenlos eine warme Mahlzeit. Das Rote Kreuz ist ebenfalls tätig und verteilt Lebensmittel aus dem Programm der EU an rund 3000 Familien, um die schlimmste Not zu lindern. Das alles ist ein „Tropfen im Ozean“, weil auch viele Menschen ihre Miete nicht mehr bezahlen können. Ein „Soziales Netz“ , wie wir es in Deutschland kennen, gibt es nicht.

Auf diesem Hintergrund haben eine Touristin und meine Frau spontan eine Ausstellung „Das kleine Format“ bei einer Nachbarin mit eigenen Werken organisiert. Die kleinen Kunstwerke haben fast 600 Euro erbracht. Zusammen mit Spenden der Gottesdienstteilnehmer und dem Verkauf von gebrauchten Büchern konnte ich meinem katholischen Kollegen im Gottesdienst zur Einheit der Christen 1000 Euro überreichen. Mit diesem Geld konnten die Franziskanerinnen in Morro Jable vielen Familien Nahrungsmittel zukommen lassen. Darüber hinaus haben wir Kleidung gesammelt und verteilt, Einzelhilfe und über Mitglieder des Beirates der Tourismusgemeinde weitere Direkthilfe ermöglicht.

„El Carro Solidario“, der solidarische Einkaufswagen, den die Supermarktkette Padilla Supermercados SPAR organisiert, unterstützt die Aktionen der Caritas inselweit. Mit einem attraktiven Design, wie unser Bild zeigt, wirbt der Einkaufswagen um haltbare Nahrungsmittel für Menschen in Not: Nudeln, Reis, Öl, Sardinen- und Thunfischkonserven, Würstchen- und Fleischkonserven, Kichererbsen, Linsen, Kakao, Kaffee, Obstsäfte, Zwieback, Kekse, Dosentomaten. Wenn jeder eine Kleinigkeit kauft und statt in seinen eigenen in den solidarischen Einkaufswagen legt, ist wieder einem Menschen geholfen.

„Brot für Fuerteventura“ ist sicher nur ein „Tropfen im Ozean“, wie es so schön hier auf der Insel heißt, aber Einheimische spüren unsere Solidarität und werden auch noch satt.

Zusammen mit meiner Frau wünsche ich Ihnen alles Liebe und Gute
Ihr Inselpfarrer Wolfgang Koschut

 

Einschnitte des Lebens

Surfer in Morro Jable

Fuerteventura ist die Urlaubsadresse par excellence.

Einsame Buchten, azurblaue Lagunen, idyllische Strände – und das weiter als das Auge reicht. Keine sechser oder siebener Reihen wie auf manchen anderen Inseln des Archipels, die sich am Strand entlang schieben. Fuerteventura hat einfach die Strände, die anderen im Urlaub fehlen. Freud und Leid sind aber auf allen Inseln gleich verteilt.

Blütenzauber

Menschen freuen sich ihres Lebens. Sie feiern Geburtstag, bringen ihre Kinder zur Taufe, geben sich das Ja- Wort am Strand oder begehen ihr Hochzeitsjubiläum nach 25 oder 50 gemeinsamen Jahren mit dem Fest der Silbernen oder Goldenen Hochzeit.

Viele sind auch im fortgeschrittenen Alter ganzjährig oder über die Wintermonate auf der Insel. Meist aus gesundheitlichen Gründen haben sie ihre Zelte in der Heimat abgebrochen. Das Klima, und besonders das der Westküste, bietet vielen eine neue Lebensqualität. Ob Rheuma, Gicht, Asthma oder Herz- Kreislaufprobleme – das Reizklima bietet Paroli. Die Betroffenen fühlen sich einfach wohler, benötigen weniger Medikamente und ihr Immunsystem wird gestärkt.

Mit den Gottesdiensten tragen wir dazu bei, dass auch die Seele nicht zu kurz kommt. Gottes Wort ist ein begleitendes Wort zum Leben. Gottes Abendmahl stärkt uns auf unserem Lebensweg, Gottes Segen begleitet uns auf der Insel und als persönlicher Reisesegen auf dem Weg in die Heimat.

Meer und Palmen

Unser ehemaliger Organist und John Lennon Fan hat auf unserer Insel Spuren hinterlassen mit seinen abendlichen Auftritten in den Hotels. Kaum war John geboren, reisten Hannes und Nicole voller Freude zum Vorzeigen ihres Babys in die Niederlande und nach Deutschland. Bei uns in der Pfalz trafen wir uns auch. Bilder dokumentieren unser Treffen, das zugleich auch die Vorbereitung der Taufe beinhaltete. Am Hochzeitstag, der zugleich der Geburtstag, ist habe ich John getauft. Auch Taufen sind auf unserer Insel jederzeit möglich. Für Eltern, die auf der Insel wohnen, ist die Taufe ihres Kindes kostenlos. Events aus Deutschland kosten etwas. Taufen, Trauungen mit den notwendigen Dokumenten kosten 150 Euro. Für eine Taufe und für eine Hochzeit benötigen wir eine Geburtsurkunde, eine standesamtliche Ehebescheinigung und eine Genehmigung des zuständigen Pfarramtes. Wie in Deutschland gilt auch hier: zuerst die standesamtliche Eheschließung, dann die kirchliche Trauung. Von spanischen Eheschließungen rate ich dringend ab, weil es zu komplizierte wäre und nur möglich ist, wenn man auf Fuerteventura gemeldet ist und einen dauerhaften Wohnsitz hat.

Viele fragen immer wieder, warum wir für die Amtshandlungen eine Gebühr verlangen. Ganz einfach, wir müssen für die Sachkosten selbst aufkommen und das geht nur über Gebühren und Spenden. Und da kommt schon übers Jahr was zusammen: Materialien und Wartung des PC, Büro, Telefon, Benzin und Wartung des Autos bei über 12000 gefahrenen Kilometern und so weiter. Die Evangelische Kirche in Deutschland übernimmt die Ausgaben für den Pfarrer, Reisekosten, Versicherungen und die Miete für die Pfarrwohnung.

Fischerboote am Strand

Auch für die Ehejubiläen erheben wir eine Gebühr von 250 €, wenn der Festtag außerhalb des Sonntagsgottesdienstes begangen wird. Geschieht der Dank, Fürbitte und Segnung im regulären Gottesdienst, freuen wir uns über eine großzügige Spende nach dem Motto „Meine Kirche auf Fuerteventura ist mir was wert“.

Fuerteventura ist ganz gewiss ein Urlaubsparadies. Aber auch hier gibt es Unglück, Krankheit, Leiden und Tod. Der Inselpfarrer hilft als Notfallseelsorger, begleitet die Angehörigen und vermittelt Helferinnen und Helfer, die der spanischen Sprache mächtig sind. Er ist Bindeglied zwischen dem Konsulat und den Betroffenen. Außerdem gibt es für Sterbefälle eine Anlaufstelle auf Gran Canaria, die alle Behördengänge übernimmt:

Canarias Contact S.L. Tel. 928 27 88 01, Notruf 629 516 543.

Freud und Leid sind dicht beieinander, im Alltag zuhause und im Urlaub.
Ich wünsche Ihnen einen gesegnete Zeit auf Fuerteventura

Ihr Inselpfarrer Wolfgang Koschut

 

Wo man singt, da lass dich ruhig nieder…

Herzliche Einladung zum Singen!

Urlauberchor

Unser Chor San Miguel (Urlauber/Gäste/Residenten)
trifft sich donnerstags 16:30-18:00
in der Ermita San Miguel in Morro-Jable

Chor-Pause von Juli bis Anfang Oktober!

 

Im Zeichen der Musik

Chorleiterin Elke

Ein Sonntag im Kirchenkalender steht im Zeichen der Musik. Er hat einen lateinischen Namen: Kantate. „Singet dem Herrn ein neues Lied“ steht im Psalm 98. An diesem Sonntag wird weltweit der Gesang zum Gotteslob und die Wertschätzung der Kirchenmusik besonders betont. Darum ist für mich dieser Sonntag wieder die Gelegenheit den Musikerinnen und Musikern, den Sängerinnen und Sängern und ihrer Chorleiterin zu danken. Während des Winterhalbjahres sind wir reich gesegnet mit instrumentalen Klängen und dem mehrstimmigen Gesang in den Gottesdiensten. Kaum ein anderer als der ehemalige Soloposaunist der Dresdner Staatskapelle, der kürzlich unter uns weilte, hätte dieses Engagement würdigen können.

Rita am Piano und Bernd mit der Querflöte

Die Gottesdienste spiegeln die Melodien unseres Lebens. Wir singen unsere Lieder zu unserer Freude und zum Lob Gottes. Selbst die ältesten Worte der Bibel sind ursprünglich Lieder.
Von altersher singen wir.
Wir singen unsere Klage beim Abschied, wir singen im Dunkeln, um uns Mut zu machen, wir singen im Chor, um der Gemeinschaft willen.
Wir singen, um Überzeugungen auszudrücken oder weil Kummer von uns abgefallen ist.

Sigmar mit Trompete

Sonntags können wir unsere Lasten und Sorgen abgeben. Aufatmen können wir, befreit davon, alles selbst schultern zu müssen. Der Sonntag ist ein Geschenk Gottes, wie Singen und Musizieren ein Geschenk und eine Streicheleinheit für unsere Seele ist. Im Singen und Musizieren strömt Musik durch unsere Seele, ein Wohlklang, der uns Mut und Kraft zum Leben gibt, auch wenn uns nicht nach Singen zumute ist.

Gitarrenbegleitung Carlo

Grund zum Singen und Freuen haben wir, wenn sonntags uns Rita am Piano und Bernd mit der Querflöte begleiten. Sigmar die Trompete auspackt und zum Vorspiel anhebt und die Choräle begleitet. Oder Doris mit ihrer Tischharfe während der Kollektensammlung spielt und das Nachspiel übernimmt. Carlo, den wir hier beim Mitarbeiterausflug sehen, greift zur Gitarre und singt geistliche Songs wie Bonhoeffers „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag“ beim Abendmahl. Unsere Chorleiterin Elke, die ich vor Jahren gewinnen konnte und ermutigte, hat den Chor gut geformt und ein reichhaltiges Repertoire erarbeitet. Gitarrenbegleitung Carlo In diesem Jahr konnte sie mit 31 Sängerinnen und Sängern ganz selbstständig den Weltgebetstag gestalten und auch am Ostersonntag die drei Gottesdienste musikalisch bereichern. Bis auf Carlo sind alle Musiker wieder in der Heimat. Ich bin sehr froh, dass meine Frau mit ihrem MP3 Player den Gemeindegesang übers Jahr bei Abwesenheit der Musiker begleitet.

Doris Tischharfe

Gemeinsam finden wir die Melodie unseres Lebens in unseren Gottesdiensten. Dazu lade ich Sie ganz herzlich ein.

Ich wünsche Ihnen mit den Worten des Geigers Yehudi Menuhin eine erholsame und harmonische Zeit auf Fuerteventura
„Wenn einer aus seiner Seele singt, heilt er zugleich seine innere Welt. Wenn alle aus ihrer Seele singen und eins sind in der Musik, heilen sie zugleich auch die äußere Welt“

Ihr Inselpfarrer Wolfgang Koschut

 

Begegnung mit der Inselgeschichte

Es gibt viele Wege zu der alten Hauptstadt Betancuria. Mit dem Auto oder per pedes, auf den Spuren des normannischen Eroberers Jean de Bethencourt durch den Barranco de Buen Paso der mit großen Anstrengungen zur Rückgewinnung der Oase neu bepflanzt wird. Das „üppige und saftige“ Grün, von dem sie damals schwärmten, ist nicht mehr viel zu sehen. Der große Wassermangel, bedingt durch den wenigen Regen, hat Fuerteventura verändert. Es ist zu hoffen, dass es gelingt, den ältesten Palmenhain wieder herzustellen.

Ausflug nach Betancuria

Mit dem Auto ist es natürlich leichter, die Gemeinde Betancuria zu erreichen. Die wichtigsten Kirchen wollen wir kennenlernen. Durch eine wilde, farbenfrohe Romantik fahren wir durch eine grandiose Berglandschaft von Costa Calma zum Wallfahrtsort Vega de Rio Palmas.

Die zuständige Gemeinderätin Elke Krupski begrüßt uns und überreicht allen Teilnehmern eine Tasche voller Informationen. Wir erfahren etwas über den historischen Hintergrund und die heutigen Probleme der kleinen Gemeinde Betancuria mit der großen historischen Vergangenheit. Elke, auf unserem Bild in der Mitte der ersten Reihe, hat für uns auch den kulinarischen Abschluss reserviert. Ursula Koschut und Volker Meisel haben uns als erstes über die Wallfahrtskirche informiert.

Nach dem Lied „Danke für diesen Morgen“ stand die Schutzheilige der Insel Virgen de la Pena im Mittelpunkt. Die Verehrung begann im 15.Jahrhundert und breitete sich von hier auf die anderen Inseln aus. Die Statue kam aller Wahrscheinlichkeit durch die Eroberer hier her. Die Alabasterfigur verschwand für eine Zeit, weil man befürchtete, dass sie von Piraten gestohlen werden könnte. Die Jungfrau wurde in einer Felsspalte wieder gefunden. Im Barranco in der winzigen Ermita im Felsen aufbewahrt bis die heutige Wallfahrtskirche erbaut war. Die „Jungfrau aus dem Felsgestein“ misst nur 23 Zentimeter. Sie ist aber eine einzigartige Schönheit. Die Heilige hält die Augen geschlossen und das Jesuskind weist Verletzungen am Kopf und an den Armen auf, was bedeutet, dass die Mutter Gottes nicht mitansehen konnte, wie Ungläubige ihren Sohn folterten. Zur Erinnerung bekam jeder ein Bild zum Dank für den Gesang.

Nach den abschließenden Informationen über den klassizistischen Baustil der Fassade, die Holzschnitzarbeiten und die Holzdecke verlassen wir den Wallfahrtsort in Richtung der alten Hauptstadt.

Betancuria muss man gesehen haben. Geistliches und architektonisches Zentrum ist die Kathedrale und einstiger Bischofssitz Iglesia Nuestra Senora de la Conception. Nach verheerenden Piratenübergriffen zerstört, wurde das Gotteshaus , der Maria geweiht, im 17.Jahrhundert wieder aufgebaut. Der dreischiffige Bau diente als Wehrkirche. Dicke Mauern und hoch angelegte Fenster boten der Bevölkerung Schutz. Neben der im Mudejarstil, eine Verschmelzung der christlichen Baustile mit der maurischen Kunst, gestalteten Kiefernholzdecke fällt der barocke Hauptaltar auf. Auch die wunderbar gestaltete Sakristei ist zugänglich. Aus Zeitgründen haben wir die Klosterruine mit ihrer wunderbaren Akustik – auch ohne Dach – bewundert und die Kapelle des Heiligen Diego de Alcala in Kurzfassung erklärt bekommen. Nach so vielen Eindrücken von dem tiefen Glauben der Einheimischen auf unserer Kirchentour haben wir uns zum Abschluss an einem sehr preisgünstigen und überaus schmackhaften Menü gelabt.

Fuerteventura bietet mehr als Wasser und Strand. Das war die einhellige Meinung aller. Ich freue mich auf Sie „On Tour“ und in unseren Gottesdiensten

Ihr Inselpfarrer Wolfgang Koschut

 

Zur Jahreslosung 2018

Wie in jedem Jahr haben wir auch 2018 eine Jahreslosung, die uns begleiten will:

„Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“ (Offenbarung 21,6).

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Zur Jahreslosung 2017

Wie in jedem Jahr haben wir auch 2017 eine Jahreslosung, die uns begleiten will. Beim Propheten Hesekiel 36,26 steht:

„Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

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Gedanken zur Jahreslosung 2016:

„Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter Tröstet.“ (Jesaja 66,13)

Was für ein wunderbares Wort?! Kommt dieser Zuspruch nicht gerade rechtzeitig zur Jahreswende, nach einem von Krisen und schrecklichen Ereignissen nur so geschüttelten alten Jahr…

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Calle Artistas Canarios

Das ist eine Adresse in Costa Calma, die man sich merken muss. Ein Straßenschild sucht man vergebens auf dem Weg zum Hotel Rio Calma…
Denn da ist diese Straße gelegen, die im vergangenen Jahr oft gefragt war

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Hochzeiten und Hochzeitsjubiläen auf der Insel

Fuerteventura ist die “Insel des großen Glücks” zum Kennenlernen und Verlieben. Nomen est omen – jedenfalls für Paare, die auf der Insel sich verliebt und geheiratet haben…

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Wüstenerfahrung – Gedanken zur Jahreslosung 2008

Die Halbwüste von Jandia veranschaulicht die Jahreslosung, die Christen durch das Jahr 2008 begleiten. Christus spricht: “Ich lebe und ihr sollte auch leben.” Seit dem Regen nach langer Trockenheit treiben selbst Sträucher, die vorher schon völlig vertrocknet schienen. Wo Wasser ist, beginnt Leben, treiben an den scheinbar trockenen Zweigen nun grüne Spitzen aus.

Auch Gott bietet uns immer wieder mit seinem Wort eine Lebensquelle. Er ist wie ein erfrischender Regen selbst dort, wo der Glaube schon wie vertrocknet schien.

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