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Zur Jahreslosung 2012


Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig (2. Korinther 12,9)

Taube Jedes neue Jahr steht kirchlicherseits unter einer Losung, einem bestimmten Bibelwort. Für 2012 lautet die Jahreslosung: ’Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig’.
Vor 2000 Jahren hat sich Paulus aus Tarsus mit dieser Botschaft Jesu getröstet, als er gegen viel Widerstand die Bibel, die Befreiungsgeschichte Israels, die Lehren Jesu aller Welt mit-teilen wollte. Er zog von Jerusalem durch die Länder Kleinasiens, das heutige Griechenland und Italien und wollte bis Spanien kommen, um überall bekannt zu machen, dass die Freiheit grenzenlos ist. Paulus war ein schriftgelehrter Jude und römischer Bürger, ein Poet und ein Segelmacher, ein unermüdlicher Briefeschreiber und ein kranker Mann von schwächlicher Statur, der sich nicht schonte.

Die Zusage Gottes : ‚meine Kraft ist in den Schwachen mächtig’, war auch für ihn persönlich Trost und Stärkung . Und umso glaubwürdiger konnte er sie den Vielen weitergeben , denen er begegnet ist. Wer in der römischen Gesellschaft nichts galt, waren die Sklaven – Verschleppte aus den vielen eroberten Ländern. Sie galten weniger als die Tiere und waren leichter ersetzbar. Seele, Würde, eigenes Denkvermögen, Gefühle, Geschichte sprach ihnen die Herrschaft ab.

Einleuchtend, dass sie gern hörten, was ihnen Paulus mitzuteilen hatte , die Botschaft von der Gleichwürdigkeit aller Menschen und die Befreiung aus knechtischer Abhängigkeit. Trost und Ansporn zugleich : Bei Gott, ihr habt einen Namen und eine große Kraft. Einleuchtend auch, dass Rom ihn dafür verurteilte und schliesslich umbringen liess, denn das Imperium lebt von der Ungleichheit.

Wenn nun 2012 die Losung oder das Erkennungswort sein soll: ‚Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig’, dann wird unsere Aufmerksamkeit von den damaligen auf die heute degradierten Menschen gelenkt, auf die ausgegrenzten Flüchtlinge, auf Straßenkinder, auf sprachlos gemachte Arme, Behinderte, Hungrige. Wir werden herausgefordert, ihnen um Gottes Willen Ansehen zu verschaffen und so mit ihnen zu teilen, dass sie einen Namen und eine Adresse, Arbeit, Einkommen, Freundschaft und Brot bekommen.

Der Zustand einer Gesellschaft bemisst sich an ihrem Wohlergehen oder Nicht-Wohlergehen. Wen oder was wir nicht gern sehen, wird ins Blickfeld gerückt.
Wir treffen uns Neujahr zum Gottesdienst und werden nicht nur von Paulus daran erinnert. Denn dann werden wir wieder Bonhoeffers Lied singen, das viele Gemeinden in der Neujahrsnacht anstimmen: Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr’, und diesmal werden wir das Gefühl nicht los, dass einer dieser Armen uns das vorsingt und sich dafür bedankt, dass wir unser Herz nicht länger verschließen, sondern - auch um unserer Selbst und unserer eigenen Glaubwürdigkeit willen – daran arbeiten werden, dass sein Leben endlich gut wird .

Wir treffen uns Neujahr zum Gottesdienst und werden nicht nur von Paulus daran erinnert. Denn dann werden wir wieder Bonhoeffers Lied singen, das viele Gemeinden in der Neujahrsnacht anstimmen: Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr’ , und diesmal werden wir das Gefühl nicht los, dass einer dieser Armen uns das vorsingt und sich dafür bedankt, dass wir unser Herz nicht länger verschließen, sondern - auch um unserer Selbst und unserer eigenen Glaubwürdigkeit willen – daran arbeiten werden, dass sein Leben endlich gut wird .

Ferien sind geschenkte Tage – Zeit zum Nachdenken oder Nachlesen, Zeit für unerwartete Begegnungen: vielleicht lockt Sie Paulus, seine Briefe zu lesen, vielleicht Bonhoeffer mit seinen Sätzen über Schuld und Schuldbekenntnis der Kirche, der Christen, des Einzelnen in der Gesellschaft. Er hat sie in der Nazizeit geschrieben beim Nachdenken über die ver – säumte Verantwortung der Kirche.

Er geht aus von der befreienden Schuldübernahme Christi, die uns gänzlich befreit vom Blick auf die Schuld anderer zum klaren Bekenntnis der eigenen Schuld als Möglichkeit der Vergebung: „Es ist zunächst die ganz persönliche Schuld des Einzelnen, die hier als vergiftende Quelle der Gemeinschaft erkannt wird…Ich bin schuldig des feigen Ver-stummens, wo ich hätte reden sollen, ich bin schuldig der Heuchelei und der Unwahrhaftig-keit angesichts der Gewalt, ich bin schuldig der Umbarmherzigkeit und der Verleugnung der Ärmsten meiner Brüder…. Diese vielen Einzelnen schließen sich zusammen in dem Gesamt- Ich der Kirche. In ihnen und durch sie erkennt die Kirche ihre Schuld.

Die Kirche bekennt, ihre Verkündigung…nicht offen und deutlich genug ausgerichtet zu haben…Sie hat dadurch den Ausgestoßenen und Verachteten die schuldige Barmherzigkeit oftmals verweigert. Sie war stumm, wo sie hätte schreien müssen, weil das Blut der Un – schuldigen zum Himmel schrie… Die Kirche bekennt, die willkürliche Anwendung brutaler Gewalt, das leibliche und seelischen Leiden unzähliger Unschuldiger, Unterdrückung, Haß und Mord gesehen zu haben, ohne ihre Stimme für sie zu erheben, ohne Wege gefunden zu Haben, ihnen zur Hilfe zu eilen. Sie ist schuldig geworden am Leben der schwächsten und wehrlosesten Brüder Jesu Christi….“



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