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Osterbetrachtung


Sonnenuntergänge sind beliebt. Viele Urlauber fahren wenigstens einmal abends an die Westküste oder nach Jandia, um dort zu sehen, wie die Sonne im Meer versinkt. Man ahnt etwas von der Weite der Welt - Auch wenn es bei uns dunkel wird, scheint doch die Sonne anderswo weiter. Ihr Versinken hinter dem Meer und ihr Nachschein eines verebbenden Tages verfärbt die Wolken und erfreut das Auge. Dieser Anblick bewegt die Seele. Der letzte Abendschein erinnert auch an den Abend des Lebens. Verschwindet die Sonne des Lebens uns, oder tut sich uns im Abendschein des Lebens auch etwas von der Weite des Himmels auf und eines Lichtes, das jenseits unseres menschlich begrenzten Horizontes noch weiter scheint?

Um die Osterhoffnung zu begreifen, sollte man aber am besten früh am Morgen einen Sonnenaufgang erleben. Nur selten haben Urlauber wohl am frühen Morgen die Zeit genutzt, denn normalerweise schläft man im Urlaub lieber länger.

In meiner Heimatgemeinde hielten wir morgens um 6 Uhr, noch in der Dämmerung, die Osternachtsfeier in der Kirche. Der anbrechende Morgen hat mich und die Gottesdienstbesucher immer tief bewegt, gerade zu Ostern hat dies Erleben tief symbolische Kraft. Noch halb in der Traumwelt gefangen erlebt man das schwindende Dämmerlicht. Ringsum ist noch die Welt verschlafen und ruhig, nur Vögel singen schon. So geht man noch etwas benommen dem neuen Morgen entgegen, erlebt die Osternachtfeier im Dunkeln, bis dann - gegen Ende der Osternachtfeier, strahlend die Sonne empor steigt und einen neuen Tag begrüßt. Auch hier auf der Insel sind Sonnenaufgänge beeindruckend. Die Sonne steigt im Osten aus dem Meer und taucht die Weite des Wasser und des Himmels in immer helleren Glanz. Oftmals ist vom Dunstschleier so etwas wie ein Wolkenstreifen über dem Meer, und verzögert, dass die ersten Strahlen auftauchen, doch dann bildet der Widerschein der Sonne eine lichtvolle Strasse, ein Strasse des Lichtes, die uns einlädt zu neuen Ufern auf zu brechen. "Ex oriente Lux" sagten die Alten, "aus dem Osten kommt das Licht", und sie deuteten den Sonnenaufgang als Symbol für die Hoffnung des Glauben, ja für die tiefere Wirklichkeit des Lebens.

Christus

Alte Kirchen wurden darum mit dem Altarraum Richtung Osten gebaut Auch die älteren Kirchen auf der Insel zum Beispiel in Pajara und Betancuria sind so ausgerichtet: Die Gemeinde blickt in der Kirche damit Richtung Sonnenaufgang. Das sollte deutlich machen: wir erwarten einen neuen Tag, eine neue Welt ist uns im Glauben verheißen. Eine Welt, in der Liebe, Gerechtigkeit und Freude das Leben bestimmen, gehört die Zukunft.

Christen sehen in der Auferstehung Jesu gleichsam den ersten Sonnenstrahl eines neuen Tages, die aufgehende Sonne. So betont Paulus, dass Christus als der Erstling, der von den Toten auferstand, uns allen damit die neue Welt Gottes und neue Hoffnung sichtbar machte. So wie die Sonne aus der Weite des Meeres emporsteigt, und wir damit etwas ahnen von der unfassbaren Weite jenseits des Horizontes. Hinter dem Horizont ist ja das, was wir nicht mit unseren Händen greifen und mit unseren Augen sehen können. So aber macht die Auferstehung Jesu Christi uns auch die ungreifbare Wirklichkeit Gottes sichtbar. Das, was wir nicht mit Händen greifen und Augen noch nicht sehen, was aber doch wirklich ist: Gottes Sieg über alle Dunkelheit und über den Tod. Auch wenn dies eine Wirklichkeit jenseits unserer sichtbaren Welt ist, so ist sie doch für uns da. Damit wird unsere begrenzte Welt und unser Leben geöffnet für neue Horizonte. So ist Ostern das Fest der Hoffnung und des Neuen Lebens. Auf der Insel ist bisher - auch in diesem Jahr - die Osternachtsfeier immer am Samstag um 21 Uhr in der Kapelle San Benito in Alt La Pared. Aber sicher könnte diese Feier künftig auch zum Sonnenaufgang dort gehalten werden.

In einer Nische am Hauptaltar der Kirche zu Pajara stand früher eine sehr kleine Christusstatue, die man dort kaum bemerkte. Jetzt musste sie aus versicherungstechnischen Gründen verschlossen untergebracht werden, und ist dort leider nicht mehr zu sehen. Aber diese kanarische Volkskunst ist bemerkenswert in der Aussage: Es ist der über Tod und Sünde triumphierende Christus: der linke Fuß steht auf einer Schlange. Die Schlange ist mit dem Apfel im Maul als Hinweis auf den Satan beim Sündenfall. Doch Christus drückt die Schlange zu Boden. Der Auferstandene hat die Macht des Bösen und der Sünde durch sein Leiden am Kreuz besiegt. Darum hält der Auferstandene das Kreuz in seine Linken. Der rechte Fuß des Auferstandenen aber steht auf einem zur Büste verlängerten Totenschädel: Christus hat uns Hoffnung gebracht über den Tod hinaus. Ostern hat den Sieg eröffnet über alles uns bedrängende Böse im Leben und in der Welt.

So grüßt Sie und wünscht ein gesegnetes Osterfest Ihr Urlauberseelsorger




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