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Wüstenerfahrung - Gedanken zur Jahreslosung 2008


An Costa Calma schließt sich die Halbwüste an. Immer wieder beeindruckend ist eine Wanderung durch diese hinüber zur Westküste. Im Sommer bin ich diesen Weg gegangen bei sengender Hitze. Gut, wenn man eine schützende Kopfbedeckung hat, und Wasser zum Trinken. Man ahnt etwas davon, wie lebensfeindlich die Wüste sein kann: ein paar trockene Sträucher links und rechts des Weges, der Wind hat den Rest Feuchtigkeit und den weichen Sand teilweise weg geblasen, manchmal versinkt man im zusammen gewehten Sand und verliert dann den Weg in den Dünen aus dem Blick . Weicher Sandstein mit Schnecken und Muscheln erzählen von den uralten Zeiten, die dieser Landstrich wohl einst erlebte: Mit den Vulkanerhebungen wurde einst der Meeresboden aus dem Wasser empor gehoben. Danach war vielleicht zeitweilig das Land mit üppiger Vegetation bedeckt. Darauf könnten einige der Schneckengehäuse hindeuten. Doch nun, durch Trockenheit und Kahlfraß der Ziegenherden, wurde das Land immer mehr zur Wüste. So weit das Auge blickt: Sand, Steine und vertrocknete Büsche. Anschaulich bekommt man es zu sehen: Ohne Wasser gibt es kein Leben. Ich frage mich, wie können die umherwildernden Ziegen, die man da und dort sieht, trotz ihrer Bescheidenheit hier etwas Fressbares finden? Wie überleben sie nur? Zum Glück für sie gibt es in der Nähe der Küste Pflanzen, die durch den feinen Gischt des Meeres Feuchtigkeit aufnehmen und mit ihren Beeren und Stängeln das Wasser speichern, mit dem die Tiere ihren Durst stillen.

Doch wenn ich nun im Januar den gleichen Weg gehe, wie im Sommer, hat sich die Halbwüste erstaunlich verändert. Ein grüner Schimmer überall. Da und dort keimen kleine Pflanzchen. Die Sträucher, die vorher schon völlig vertrocknet schienen, treiben an den scheinbar trockenen Zweigen nun grüne Spitzen aus. Überall wächst es und keimt neues Leben, sogar gelbe Blüten sehe ich zwischen den Blättern. Der Regen im Dezember hat überall das Leben neu entfacht. Vegetation nach monate-, ja sogar jahrelanger Trockenheit. Doch wenn Wasser da ist, beginnt rasch wieder das Leben.



So wird mir die Halbwüste zum Sinnbild auch für menschliche Hoffnungskraft und inneres geistliches Leben. Ein Psalmbeter in der Bibel sagt: "Bei dir Gott, ist die Quelle des Lebens". Er hatte dabei in Israel eine ähnliche Natur vor Augen, wie wir sie hier auf der Insel finden. Auch die Landschaft Palästinas verwandelt sich bei sengender Sonnenhitze und ausbleibender Regenzeit auch oft in eine Art Wüste.

Viele Menschen heute klagen über die Zeit und das heutige Leben: sie fühlen sich, vielleicht persönlich durch Stress und ständige Anspannung, wie ausgebrannt - "burn out - Syndrom" nennt man das Neudeutsch - . Andere wiederum klagen über die Zeiten, in der die Menschlichkeit und der Glaube gleichsam immer mehr austrocknet im überhitzen Leben des Konsumstress und wachsendem Egoismus. Haben die Menschen wirklich noch lebendige Hoffnungskraft? Manche fühlen sich wie in inneren Durststrecken, wenn Sie durch Krankheitszeiten oder schwere Krisen gehen mussten. Wo finden sie neu Mut und Zuversicht?

Gott bietet sich immer wieder an mit seinem Wort. Er ist eine sich für uns öffnende Wasserquelle. Selbst dort, wo der Glaube schon wie vertrocknet schien, kann durch sein Wort in uns neues Leben aufkeimen - z.B. durch einen beeindruckenden Gottesdienst, oder eine weiterhelfende Begegnung - . Ja selbst in einer Zeit, wo durch Egoismus und im Stress durch Leistung und Konsum der Glaube völlig vertrocknet scheint, kann Hoffnung und Glaube sich neu beleben. So begleitet viele Christen durch das Jahr 2008 ein biblisches Wort, das uns auf diese Lebensquelle aufmerksam machen will: Christus spricht: Ich lebe, und ihr sollt auch leben!

So grüßt Sie im Miterleben der vielfältigen Gesichter der Wüste ihr Urlauberseelsorger.



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